Letzten Samstag war es endlich soweit gewesen, nach drei Jahren konnte ich endlich wieder einmal auf die "Extraschicht" gehen.
Die Extraschicht, die lange Nacht der Industriekultur.
In dieser lauen Mittsommernacht wurde an vielen alten Industriestandorten im ganzen Ruhrgebiet wieder eine Nachtschicht gefahren. Zwischen 18 und 2 Uhr vergnügten sich 160.000 Menschen an 40 Spielorten in 20 Städten. Es wurde ein abwechslungsreiches interessantes Kulturprogramm geboten, dass für jeden etwas zu bieten hatte.
Für mich begann die Extraschicht dieses Mal in Witten auf den ehemaligen Zechen Theresia und Nachtigall. Mit dem Extraschichtshuttle fuhr ich vom Wittener Hauptbahnhof zu einem Parkplatz in der Nähe dieses Doppel-Spielortes, von dort ging es mit der Feldbahn zum Feldbahnmuseum in den Gebäuden der Zeche Theresia. Nach einem etwa viertelstündigen Aufenthalt dort ging es mit einer anderen Feldbahn weiter zur etwa 1,5 Kilometer entfernten Zeche Nachtigall dort gab es die Möglichkeit die Dauerausstellung zum Beginn des Bergbaus im Ruhrgebiet zu besichtigen und in den alten Stollen "einzufahren". Nach einer etwa halbstündigen Führung erblickten wir endlich wieder das Tageslicht. Gegen viertel vor zehn machte ich mich dann auf den Weg zur Jahrhunderthalle nach Bochum. Nachdem ich mit der Feldbahn zum Parkplatz zurückgefahren war, ging es weiter mit dem Shuttlebus. Leider musste der Fahrer sich noch eine Zigarette genehmigen, weshalb wir in Witten die S-Bahn verpasst hatten und nun mit dem Bus über die Henrichshütte in Hattingen zum Bogestrawerk Engelsburg zu kommen. Die Fahrt dauerte leider über eine Stunde anstatt zehn Minuten Zugfahrt. Von der Engelsburg fuhr ich weiter zum Bergbau-Museum. Dort kam ich nach einer fast zweistündigen Odyssee an.
Ziel war gewesen um 24 Uhr an einer Sonderführung hinter den Kulissen teilzunehmen, leider gab es natürlich keine Karten mehr dafür, aber glücklichrweise sind einige Leute nicht gekommen, weswegen ich doch einen Helm ergattern konnte. Also ging es durch die Katakomben und Wartungstunnel. Es waren so interessante Eindrücke, dass ich sie gar nicht wiederzugeben vermag, was sehr auffällig war, war die Feuchtigkeit von bis zu 98% in den dreizehn meter tief gelegenen Betontunneln. Nach der Reise durch die Katakomben, endeten wir in der Dauerausstellung, die einige Interessante Eindrücke in die Bergbautechnik bot.
Zu guter letzt wollte ich zum großen Finale an der Jahrhunderthalle, die ich gegen halb zwei endlich erreicht hatte. Leider schien dort jedoch schon alles vorbei zu sein, weswegen ich mir erstmal ein leckeres Bierchen genehmigt habe und während ich dieses trak ging auf der anderen Seite der Halle das finale Abschlussfeuerwerk los, welches ich nach einem kleinen Marsch um die Halle noch größtenteils genießen konnte.
Nach dem Feuerwerk sollte es mit dem Shuttle über Gelsenkirchen zurück zur Zeche Zollverein gehen. Die Verbindung zum Gelsenkirchener HBF war auch ausgezeichnet, jedoch fuhr von dort aus kein Bus weiter nach Essen und auch die Lotsen, die einem überall hilfreich zur Seite standen waren hilflos. Glücklicherweise erklärte sich ein privater Busfahrer dazu bereit uns Wartende (es werden wohl s um die 60 gewesen sein) zum Essener HBF zu fahren. Nach einigen kurzen Verhandlungen lies er sich auch darauf ein, die Shuttle-Route abzufahren, weshalb wir doch endlich gegen zwanzig vor drei die Haltestelle Zollverein erreichten. Dort standen weitere dreißig Personen, die gerne nach Essen wollten und so auch dort wegkamen. So hat dieser eine Busfahrer circa 90 Leute glücklich gemacht. Dafür sei ihm hier auch noch einmal Dank gesagt.
Alles in allem war die Extraschicht auch dieses Jahr wieder eine großartige Veranstaltung, die viel Spaß gebracht hat, lediglich das Mobilitätskonzept war dieses Jahr eine mittlere Katastrophe, da mir ähnliches berichtet wurde. Trotzdem freue ich mich auf das nächste Jahr, wenn das Ruhrgebiet wieder die Nacht zum Tage macht.
Glück auf!
Montag, 30. Juni 2008
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